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Die Münsterländer PARK-Landschaft
Das Münsterland – ein kleinteiliges Mosaik aus Städten, Dörfern und Einzelhöfen; Landschaft und Landwirtschaft in überwiegend flacher Topographie.
Die Vielfalt der Strukturen prägt diese Kulturlandschaft seit Jahrhunderten und hat sie als Münsterländer Parklandschaft auch überregional bekannt und beliebt gemacht.
Als Fahrrad-, Pferde- und Schlösserregion wird das Münsterland von vielen Besuchern und Reisenden schon seit langem gerne und zunehmend besucht.
Neben den bisherigen touristischen Highlights wächst seit geraumer Zeit aber auch die besondere Aufmerksamkeit für die grünen Kleinode des Münsterlandes, die zahlreichen Gärten und Parks; denn ein breites Spektrum von überraschender Vielfalt und Schönheit zeichnet den gartenkulturellen Reichtum dieser Region aus. Über die wohl bekannten Parkanlagen an den großen Wasserschlössern wie in Nordkirchen, Anholt oder dem Bagno Park in Steinfurt hinaus, sind es die vielen, oft nur wenig bekannten Gärten und Parks, die diese reiche Vielfalt ausmachen.
Wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wurden diese „grünen Perlen“ durch die umfangreiche Erfassung und Dokumentation des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Das LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen hat seit 2002 das Münsterland auf seine gartenkulturellen Qualitäten und Potentiale untersucht und somit die Grundlage für die aktuell wachsende Wertschätzung der Gärten und Parks geschaffen (www.gaerten-in-westfalen.lwl.org).
Wir blicken heute im Münsterland auf ein reiches gartenkulturelles Erbe, das von den Anfängen der klösterlichen Gärten im Mittelalter bis zu zeitgenössischen Anlagen der letzten Jahrzehnte reicht. Prachtvolle Gärten der Renaissance und des Barocks waren oder sind bis heute im Münsterland ebenso vertreten wie die weitläufigen Parks im Stil des Englischen Landschaftsgartens. Über die Volks- und Stadtparks sowie die „Ökoparks“ der 1980er und 1990er Jahre bis zu aktuellen Schöpfungen moderner Landschaftsarchitektur lässt sich die vielfältige und interessante Geschichte der Gartenkunst im Münsterland verfolgen.
Nicht aus jeder Epoche sind uns sichtbare Zeugen erhalten. Oft können wir nur anhand von alten Plänen und Zeichnungen ihre Geschichte deuten. Einige Anlagen sind unwiederbringlich verloren. Manchmal haben lesbare Spuren im Gelände oder markante alte Bäume aus der Blütezeit der Gärten bis heute überdauert. Hier schlummern Schätze für Wiederinstandsetzungen und neues Erblühen.
Viele – auch private – Gärten und Parks wurden jedoch über Generationen von Ihren jeweiligen Eigentümern liebevoll erhalten und gepflegt. Diese Anlagen sind unser lebendiges kulturelles Erbe, das es zu schützen und zu erhalten gilt. Genauso gilt es, aktuelle Strömungen der Landschaftsarchitektur aufzugreifen und die regionale Gartenkultur um zeitgenössische Anlagen zu bereichern.
Ein wachsendes Interesse in der Bevölkerung, kulturelles Treiben in den Parks und Gärten sowie das Bewusstsein über den gesellschaftlichen Wert der regionalen Gartenkultur sind beste Voraussetzungen für einen dauerhaften Fortbestand und die Weiterentwicklung der Münsterländer PARK-Landschaft.
Hartmut Kalle, LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen
